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3K-Epoxidharzsystem für Nassbereiche & Dauernasszonen

Diese Anleitung beschreibt die senkrechte Verlegung von Steinteppich in Nass- und Dauernassbereichen mit einem 3-Komponenten-Epoxidharzsystem (3K). Sie richtet sich an Handwerker und technisch versierte Anwender und legt besonderen Wert auf Haftung, Standfestigkeit und Dauerbeständigkeit.

Einsatzbereich & Systembeschreibung 

Das beschriebene 3K-System ist ausschließlich für senkrechte Flächen vorgesehen und wurde speziell für wasser- und feuchtebelastete Bereiche entwickelt. 

Geeignete Einsatzbereiche 

➡️ Duschwände & begehbare Duschen 
➡️Bäder & Sanitärbereiche Wandflächen mit direktem Wasserkontakt 
➡️Sockel, Wandanschlüsse
➡️Treppenwangen Keller- & Technikräume mit erhöhter Feuchtigkeit 
❗ Nicht geeignet für waagerechte Bodenflächen.

1. Untergrundvorbereitung 

(entscheidend für die Haftung) Der Untergrund ist die wichtigste Voraussetzung für eine dauerhaft haftende Steinteppich-Wandfläche. 

Anforderungen an den Untergrund 

➡️ Der Untergrund muss: 

tragfähig sein
rissfrei staub- und fettfrei 
frei von losen Bestandteilen trocken 
(Restfeuchte max. 5 %) sein 
Nicht tragfähige Altbeschichtungen, Sinterschichten oder Trennmittel müssen vollständig entfernt werden.

Tragfähigkeit prüfen – die wichtigste Grundlage für jede Bodenbeschichtung

Merksatz: Eine Beschichtung hält nur so gut, wie die oberste Schicht des Untergrunds tragfähig ist.
Wenn die Oberfläche sandet, kreidet, abplatzt oder durch Trennschichten belastet ist, kann auch das beste Epoxidharz oder PU-System nicht dauerhaft haften.

2. Grundierung – zwingend erforderlich 

Grundierung mit AT-EG 30 Die vorbereitete Fläche wird vollflächig mit AT-EG 30 Epoxidharz grundiert. Die Grundierung dient der Verfestigung des Untergrundes und stellt die Basis für die mechanische Haftung dar. 

➡️ Quarzmehl zwingend einarbeiten In die noch flüssige AT-EG 30 Grundierung MUSS Quarzmehl eingearbeitet werden. Quarzmehl direkt in die gemischte Grundierung einrühren 

➡️Ziel ist eine raue, griffige Oberfläche Glatt ausgehärtete Grundierungen sind haftkritisch und ungeeignet 

❗Ohne Quarzmehl entsteht keine ausreichende mechanische Verzahnung für den senkrechten Steinteppichauftrag.

Ein Untergrund ist tragfähig, wenn er die aufgebrachte Bodenbeschichtung dauerhaft aufnehmen kann, ohne dass sich die oberste Schicht löst, nachgibt oder abbaut.

Dabei ist nicht der massive Untergrund in der Tiefe entscheidend, sondern ausschließlich die oberste, beschichtete Zone.

👉 Die Beschichtung haftet immer nur an dem, was direkt unter ihr liegt.

Ein Untergrund gilt als tragfähig, wenn er folgende Kriterien erfüllt:

  • Fest und geschlossen

    Die Oberfläche darf nicht sanden, kreiden oder mehlen. Lose Bestandteile führen unweigerlich zu Haftungsverlust.

  • Mechanisch belastbar

    Die Oberfläche muss Kratz-, Druck- und Punktbelastungen standhalten, ohne auszubrechen oder zu zerfallen.

  • Frei von Trennschichten

    Staub, Schmutz, Öle, Fette, Wachs, Pflegemittel, Silikone, alte Anstriche oder Klebereste wirken wie eine Trennlage und verhindern Haftung.

  • Gleichmäßig im Aufbau

    Keine mürben Zonen, keine hohlen Stellen, keine abplatzenden Schichten oder schwachen Reparaturstellen.

  • Nach der Vorbereitung haftfähig

    Erst nach Schleifen, Fräsen oder Strahlen zeigt sich, ob der Untergrund die geforderte Haftzugfestigkeit erreicht.


Ein Boden kann optisch stabil wirken und dennoch nicht tragfähig sein. Erst technische Prüfungen liefern eine verlässliche Aussage.

Typische Ursachen für fehlende Tragfähigkeit

Die häufigsten Gründe in der Praxis sind:

  • Sandender oder kreidender Estrich

  • Zementhaut (Sinterschicht) auf Beton oder Estrich

  • Alte Anstriche oder Altbeschichtungen

  • Klebereste oder Pflegemittelrückstände

  • Abmehlende Spachtelmassen

  • Hohlstellen oder Schichtablösungen im Untergrund

➡️ All diese Schichten wirken wie eine Sollbruchstelle zwischen Untergrund und Beschichtung.

Warum mangelnde Tragfähigkeit fast immer zu Schäden führt

Ist der Untergrund nicht tragfähig, entstehen typische Schadensbilder:

  • Ablösungen ganzer Flächen

  • Blasenbildung oder Schollen

  • Risse entlang schwacher Zonen

  • Weißliche Schleier oder Unterwanderung

  • Deutlich verkürzte Lebensdauer der Beschichtung

Diese Schäden treten nicht sofort, sondern oft erst Wochen oder Monate später auf – dann ist eine Sanierung meist aufwendig und kostenintensiv.

Erste Einschätzung der Tragfähigkeit (Praxisprüfung)

Bevor gemessen oder vorbereitet wird, sollte der Untergrund systematisch geprüft werden.
Diese einfachen Tests liefern eine zuverlässige Ersteinschätzung:

Diese Tests ersetzen keine Messung, zeigen aber kritische Bereiche sehr zuverlässig.

Kratztest

Mit Schraubendreher oder Spachtel kräftig über die Oberfläche kratzen.

  • Material löst sich oder sandet → nicht tragfähig

  • Oberfläche bleibt fest → gute Voraussetzung

Klebebandtest

Gewebeband fest aufdrücken und ruckartig abziehen.

  • Staub oder Partikel am Band → instabile Oberfläche

  • Band bleibt sauber → positiv

Wischtest

Mit hellem, leicht feuchtem Lappen über den Boden wischen.

  • Kreidender Abrieb → Trennschicht vorhanden

  • Keine Veränderung → tragfähig