Epoxidharz-Grundierung AT-EG30 – Grundierung & Haftbrücken aufbauen
Beim Aufbringen einer Epoxidharz-Grundierung mit Vlieseinlage entscheidet nicht nur der Ablauf, sondern vor allem das richtige Gefühl für Material, Zeitpunkt und Optik. Viele Fehler lassen sich vermeiden, wenn man während der Verarbeitung genau beobachtet, wie sich Harz und Vlies verhalten.

Bodenzustand vor der Epoxidharz-Grundierung
Eine Epoxidharz-Grundierung kann ihre Funktion nur erfüllen, wenn der Untergrund tragfähig, sauber, trocken und richtig vorbereitet ist.
Nahezu alle späteren Schäden – Haftungsabriss, Blasenbildung, klebrige Stellen oder Abzeichnungen – haben ihre Ursache nicht im Harz, sondern im Bodenzustand vor der Grundierung.


Welche Böden geeignet sind – und unter welchen Bedingungen
Eine Epoxidharz-Grundierung ist kein Universalprodukt, sondern ein technisch präzises System.
Ob Sie dauerhaft haftet, hängt maßgeblich davon ab, welcher Untergrund vorliegt und wie dieser vorbereitet wurde.
Grundsätzlich gilt:
👉 Nur mineralische, tragfähige und trockene Untergründe sind für Epoxidharz-Grundierungen geeignet. Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Einordnung der gängigen Untergründe aus der Praxis.
1️⃣ Beton – der ideale Untergrund
Eignung
✔ Sehr gut geeignet
Beton ist der klassische und technisch beste Untergrund für Epoxidharz-Grundierungen.
Voraussetzungen
Beton muss ausgehärtet sein
Oberfläche tragfähig, fest und frei von Sinterschicht
Keine trennenden Stoffe (Öl, Schalöl, Pflegemittel)
keine alten Öl teppiche oder großflächige Aufnahme
Probleme bei Beton
Sinterschicht auf der Oberfläche
Poren und Lunker
Unterschiedliche Saugfähigkeit
Praxis-Hinweis 👉 Beton sollte bei Sinterschicht mechanisch vorbereitet werden (z. B. Schleifen). Eine Epoxidharz-Grundierung auf unbehandeltem Beton, der altenSchichten trägt, ist dauerhaft nicht sicher.
Vorteile des Einsatzes von Vlies
Woran man erkennt, dass Grundierung und Vlies richtig verarbeitet sind





1.Vlies bleibt weiss oder fleckig
Ursache: Zu geringe Harzmenge in der Grundierung Grundierung zu sparsam aufgetragen Untergrund stark saugend
Folgen: Reduzierte Haftung,Lokale Schwächung des Systems, unvollständige Wasserdichtheit
Abhilfe:Grundierung satt auftragen Gegebenenfalls zusätzliche Grundierung nachlegen Stark saugende Untergründe vorab sättigen
2.Luftblasen unter dem Vlies
Ursache: Vlies nicht gleichmäßig angedrückt Verarbeitung in zu großen Abschnitten Zu viskose Grundierung (Temperatur zu niedrig)
Folgen: Fehlstellen in der Haftschicht Schwächung der Verbundwirkung
Abhilfe: Vlies von der Mitte nach außen einarbeiten Entlüftungsroller verwenden Kleinere Abschnitte bearbeiten Material und Untergrund auf Verarbeitungstemperatur bringen
3. Rand- und Stoßbereiche nicht vollständig getränkt
Ursache: Unzureichende Harzverteilung Randzonen beim Rollen ausgelassen Ungleichmäßiger Auftrag
Folgen: Ablösungen im Randbereich Sichtbare Übergänge im fertigen Steinteppich
Abhilfe: Randbereiche gezielt nacharbeiten Harzverteilung visuell kontrollieren Stoßbereiche besonders sorgfältig tränken
4. Schlechte Haftung der Grundierung
Ursache: Untergrund verschmutzt oder nicht ausreichend vorbereitet Trennmittel, Staub oder Restfeuchte vorhanden Fehlende oder falsche Untergrundvorbehandlung
Folgen: Ablösung der Grundierung Systemversagen unter Belastung
Abhilfe: Untergrund mechanisch vorbereiten Reinigung intensivieren Feuchte prüfen und Grenzwerte einhalten
5. Harz reagiert ungleichmäßig oder bleibt klebrig
Ursache: Falsches Mischungsverhältnis Unzureichende Durchmischung Kein Umtopfen durchgeführt
Folgen: Unvollständige Aushärtung Haftprobleme in nachfolgenden Schichten
Abhilfe: Mischungsverhältnis exakt einhalten Mindestmischzeit einhalten Zwingend umtopfen und erneut mischen
6. Spannungsrisse trotz Vlies
Ursache: Vlies nicht vollflächig eingebettet Fehlstellen oder Untertränkung Bewegungen im Untergrund größer als systembedingt zulässig
Folgen: Rissübertragung in die Nutzschicht Optische Mängel Abhilfe: Vlies vollständig tränken Fehlstellen vermeiden Untergrund auf Bewegungen prüfen und ggf. zusätzliche Maßnahmen einplanen
7. Aushärtungsstörungen durch Feuchtigkeit
Ursache: Tauwasserbildung Verarbeitung bei zu niedriger Bauteiltemperatur Witterungseinfluss im Außenbereich
Folgen: Oberflächenstörungen Haftungsprobleme Verzögerte oder gestörte Reaktion
Abhilfe: Bauteiltemperatur prüfen (nicht Lufttemperatur) Feuchtigkeitseintrag vermeiden Flächen während der Aushärtung schützen
Wichtiger Praxis-Hinweis
Die meisten Systemfehler entstehen nicht durch das Material, sondern durch Untergrundmängel, Zeitdruck oder unzureichende Tränkung des Vlieses. Eine sorgfältige Ausführung der Grundierung und Vlies-Einarbeitung ist entscheidend für die Dauerhaftigkeit des gesamten Steinteppichsystems.

